Sonntag, 16. August 2009

Tomatencheck auf Mallorca (de primera mano)

Aus Mangel an eigenen Tomaten verschlug es mich letzte Woche in das Land, aus der wahrscheinlich die meisten in Österreich verkauften Tomaten stammen- nach Spanien. Wobei, irgendwie Spanien, irgendwie auch nicht - es ging nach Mallorca.
Spanische Tomaten sind ja für den Kenner nicht so der große Renner. Die Gründe dafür sind bekanntlich vielseitig. Doch wie sieht die Situation vor Ort aus?

Tomatencheck 1, Supermarkt Eroski: Hierbei handelt es sich um eine spanische Supermarktkette, die auf der Insel in nahezu jedem größeren Ort zu finden ist. 2 Filialen habe ich besucht - eine kleinere und einen Megamarkt. Das Sortiment war fast identisch. Neben zahlreichen Hybiden vom Festland fanden sich 2 mallorquinische Sorten: "Daniela" und "Pera". Mehr dazu später. Neben einer Kiste mit reifen Daniela-Tomaten stand eine mit komplett grünen. Zuerst dachte ich es handelt sich um eine andere Sorte, doch es war wieder die Daniela. Komisch, wer kauft schon grüne (unfreife) Tomaten? Oder steht Russenkraut bei den Spaniern hoch im Kurs? Die Hybride kostete ich übrigens gleich vor Ort - schmeckt wie bei uns.

Tomatencheck 2, kleiner Laden in Arta:
Neben Hundeleinen, Waschmittel und allerlei Küchenrat fand ich eher zufällig beim Vorbeigehen mehrere Kisten Obst und Gemüse. Darunter eine Kiste mit roten Fleischtomaten (Daniela) und eine mit kleineren (Pera). Teilweise schienen sie überreif, teilweise noch nicht ganz ausgereift. Auffallend sind hier gelbe Ränder am oberen Teil der Daniela, die sich dann bilden, wenn die Tomate zu viel Sonne abbekommt. Bei fehlender Schattierung kommt dies häufig u.a. im Mittelmeerraum vor.

Tomatencheck 3, Markt in Arta (Gemüsehalle):
Gleiche Situation wie im Supermarkt. Einige ungenießbare Tomaten vom Festland und wieder die 2 schon genannten Sorten Daniela und Pera direkt von der Insel. Auch qualitativ scheinen sich wenig von denen im Supermarkt zu unterscheiden.

Tomatencheck 4, mallorquinische Hobbygärtner:
Aufgrund des Mietautos war es mir möglich, auch den Tomatenanbau von 2 Hobbygärtnern abzuchecken. Tomatenstäbe finden keine Verwendung. Dafür werden entweder ganze flächige Spaliere oder gleich Gerüste (Dreibeine) gebaut. Die Bewässerung erfolgt auch im privaten Bereich automatisch mit Schläuchen. Zu den Sorten: Angebaut werden ausschließlich rote, mir unbekannte Sorten. Wieder sticht mir jedoch die Tomate "Daniela" ins Auge. Sie scheint tatsächlich eine Lokalsorte zu sein. Zumindest ist sie bei beiden Hobbygärtnern zu finden gewesen.

Zu den gefundenen Sorten:

"Daniela": Habe diese Fleischtomate zwar täglich konsumiert, aber so richtig ist der Funken einfach nicht übergesprungen. Geschmacklich eher neutral, keine Sorte, die in Erinnerung bleibt.

"Pera": Eine interessante Sorte mit exrem hohem Säuregehalt. Einfach abbeißen ist kaum möglich. Für einen Salat eignet sich ich bei Hinzumischen von anderen Sorten. Mir persönlich zu säuerlich.

Fazit: Die Spanier haben uns von einigen Jahrhunderten die Tomaten gebracht. Das machen sie ja teilweise auch noch immer. ;-) Aber ganz ehrlich: Bei diesem hervorragenden Klima muß es doch möglich sein, etwas mehr Geschmack aus den Tomaten herauszukitzeln. Nur "rote Tomaten" sind mir da einfach zu wenig.

Adios,
-stefan-

Kommentare:

  1. Beim Verkauf zählt anscheinend hauptsächlich "rot". Bei den Hybrid-Sorten gehts ja hauptsächlich darum. Und wahrscheinlich werden die meisten Tomaten - wie auch die bei uns importierten - auf Granulat im Glashaus angebaut. Wo soll da der Geschmack herkommen?

    Oder lassen sie die grünen Tomaten einfach ausreifen?

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  2. Bei uns würde niemand unreife Tomaten kaufen und sie zuhause nachreifen lassen. In Spanien ist dies jedoch anscheinend anders. Die Kisten unreifer Tomaten im Supermarkt muß doch jemand kaufen, sonst würden sie ja dort nicht rumstehen. Oder läßt man sie etwa direkt im Supermarkt reifen? Kann sein. Aber warum gibt es dann am Markt, der nur 1x die Woche stattfindet, ebenfalls unreife Tomaten?

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