Samstag, 10. Mai 2008

Interessantes aus Amerika

Da ich einen Großteil der deutschsprachigen Tomatenseiten im Netz zumindest einmal besucht habe (ja sicher!), besuchte ich einige Seiten aus dem englischsprachigen Raum. Unter anderem fand ich die Seite von Gary Ibsen, einem Tomatenguru aus Kalifornien- quasi der Stekovic der Vereinigten Staaten ;-) . Er baut seit Jahrzehnten Tomaten an, hält Vorträge auf Universitäten, veranstaltet jedes Jahr ein großes Tomatenfest und verkauft Saatgut, Pflanzen und natürlich Tomaten.
Die Auswahl ist riesig. Bei den Amerikanern kommen anscheinend die fetten Fleischtomaten am besten an. Liegt wahrscheinlich daran, dann diese besser in einen Hamburger passen. Jedenfalls gibt Gary seine Lieblingssorten bekannt: Aussie tomato, Black Cherry, Black Krim, Brandywine Sudduth's Strain Tomato, Dagma's Perfection, Flamme, Green Zebra and Kellogg's Breakfast. Mit der Black Cherry und der Flamme habe ich dieses Jahr auch 2 Lieblingssorten von Gary dabei. Nicht erwähnt hat er allerdings die Paul Robeson, die er hier in diesem Video anpreist:



Hügelbeet errichtet

Über die Anlege von Hügelbeeten habe ich in letzter Zeit durchwegs Positives gehört. Die Vorteile sind identisch mit denen von Hochbeeten. Und letzteres hat sich bei mir ja durchaus schon bewährt. Ein weiterer Vorteil eines Hügelbeets ist die einfache und schnelle Errichtung. Mein gebautes Hügelbeet, das zwar nur geringe Ausmaße besitzt, war nach 2 Stunden Arbeit fertig.

Nachdem ich einen Graben spatentief ausgehoben habe und die Grassoden daneben zwischengelagert habe, füllte ich den Graben mit Ästen, Zweigen und Stroh. Darüber kam eine Schicht aus Blättern, die ich letzten Herbst gesammelt habe, vermischt mit leicht feuchtem Rasenschnitt. Bedeckt wurde diese Schicht mit frischem Kompost. Dann wurden die Grassoden verkehrt rum draufgesetzt und diese mit Blumenerde bedeckt.
Das Hügelbeet (light), das lediglich 30 cm hoch ist, wurde mit 3 verschiedenen Arten von Kürbis geschmückt. Ein Gießrand war beim ersten Bewässern von Vorteil. Da der Kürbis Wärme liebt, legte ich ein schwarzes Unkrautvlies über das Beet und beschwerte es mit verschiedenen Gräsern, die ich in Töpfen heranziehe.
Bin mal gespannt, ob sich ein Ernteerfolg einstellt. Würde mich freuen, zumal es meine ersten Kürbis sind, die bei mir im Garten wachsen.

Freitag, 09. Mai 2008

Pimp up my Foliengewächshaus

Wie schon mal erwähnt werden heuer 3 Foliengewächshäuser errichtet. Keine teuren Teile, sondern günstig bei ebay ersteigert. Die Qualität ist natürlich dementsprechend durchschnittlich. Wer mich allerdings kennt, der weiß, dass für meine Tomaten nur das Beste gut genug ist und so wurden 2 der 3 neu erstandenen FGH aufgemotzt und sturmsicher verankert.

Schon Im letzten Jahr hat sich meine Methode durchgesetzt und ein Tomatenhaus stand sogar über dem Winter aufgebaut im Garten. Bevor jedoch der Orkan im Februar über OÖ zog, baute ich es sicherheitshalber ab.

Wie motzt nun der Stefan seine Tomatenhäuser auf, damit diese Billigsdorfer-FGH den einen oder anderen Sturm überstehen?

1. Schritt: Aufstellen des FGH

2. Schritt: Holzrahmenkonstruktion. Hierbei wird die Folie zwischen 2 Dachlatten gesteckt und die Dachlatten angeschraubt.

3. Schritt: Metallsteher werden im Holz verankert. Sie sollen keine Möglichkeit haben, sich bei Wind zu bewegen.

4. Schritt: Damit die Holzkonstruktion stabiler wird und auch die Möglichkeit besteht, das Tomatenzelt zu verschieben, werden Querverstrebungen eingebaut.

5. Schritt: Verankerung mit Bewehrungseisen. 4 jeweils 1 m lange Bewehrungseisen werden gebogen und ca. 70-80 cm tief in die Erde geschlagen. Zusätzlich werden noch Löcher in die Dachlatten gebohrt und darin die mitgelieferten Zeltheringe zusätzlich verankert. Diese Konstruktion hält bombenfest.

Im Herbst werden die Metallsteher entfernt, die Folien in der Rahmenkonstruktion zusammengeklappt im geschützten Bereich überwintert. Die Dachlatten aus Fichte, die zum Teil direkt auf der Erde liegen, halten übrigens genauso lange, wie die Folien der Zelter. An den Stellen, an denen die Metallsteher an der Folie scheuern, wird die Folie leicht abgewetzt und sogar löchrig. Dazu habe ich ein Folienklebeband (UV-beständig), das extra für diese Fälle entwickelt wurde.

Übrigens: Ich bin mal meine Sortenliste durchgegangen und habe diese in meinem Excel-Sheet nach Reifezeitpunkten sortiert. In ein Zelt kommen nur Frühreifende, ins 2. nur Mittelreifende und ins 3. Spätreifende. Somit ist sichergestellt, dass zumindest ein Zelt Anfang August schon wieder abgebaut wird, das 2. Ende August. Diese zwei Zelte kann ich nächstes Jahr problemlos wieder verwenden.


Heute habe ich wieder mal eine neue, mir bisher unbekannte Sorte gekauft: die Shimmeig Creg. Soll optisch der Red Zebra gleichen und im Gegensatz zu dieser allerdings besser schmecken. Dies hoffe ich zumindest, denn eigentlich baue ich nicht mehr für die Galerie an.

Donnerstag, 08. Mai 2008

Tomate mit 3 Keimblättern

Bei strahlendem Sonnenschein besuchte ich heute den Südbahnhofmarkt. Es war zwar kein Markttag, aber das Gerücht, dass dort jemand ausgefallene Tomatensorten verkauft, hat die Runde gemacht. Dieses Gerücht galt es zu bestätigen.
Ich mache es einfach kurz: Ja, ich habe wieder mal zugeschlagen und mir die einen oder anderen Pflanzen gekauft. Darunter auch die Kremser Perle, die ich zwar schon aus Samen aufgezogen habe, allerdings war dieses gekaufte Pflanzchen etwas besonderes: Es hat nämlich 3 Keinblätter!
Da mußte ich einfach zugreifen.

Beziehen der Unterkünfte

Einige Zeit ist vergangen seit dem letzten Blogeintrag. Zeit, die ich genutzt habe, um meinen Tomaten nette Apartments einzurichten. Insgesamt werden 3 Foliengewächshäuser bei mir im Garten errichtet. Böse Zungen sprechen bereits von einer Reihenhausanlage.

Ein Großteil der Cocktail- und Wildtomaten wurde bereits in Kübeln gepflanzt, Fleisch- und Flaschentomaten kommen bei mir aufgrund der Blütenendfäule direkt in die Erde. Weiters werde heuer erstmals mich mit Ampel beschäftigen. 4 Pflanzen (Tumbling Tom Yellow, Small Egg, Gelbe und Rote Johannisbeer) setzte ich in Hängetöpfe. Mal sehen ob es was wird.

Normalerweise bin ich ja ein Gegner von F1-Sorten. Bei der veredelten Campari F1 bin ich jedoch schwach geworden. Bisher entwickelt sie sich prächtig. Bin mal auf den Ableger gespannt, der in einem Topf gerade anwächst.

Mittwoch, 23. April 2008

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

Die ersten Tomatenpflanzen sind bereits im Foliengewächshaus, die ersten Paprikapflanze (Sweet Chocolate) bereits von den Schnecken gefressen. Die regnerischen Tage habe ich Freak genutzt, um eine statistische Analyse meiner Sorten durchzuführen.
Bei der Sortenauswahl spielte die Vielfalt eine entscheidende Rolle - so die Theorie. Doch wie sieht dies in der Praxis aus?
43% meiner Tomaten sind rot, rund ein Viertel gelb. Dass an dritter Stelle schon schwarze Tomaten (8%) kommen, hätte ich nicht geglaubt. Den 4. Platz teilen sich grüne, weiße, orange und rosa Tomaten untereinander auf. 24% meiner gezogenen Tomaten sind frühreifend, 38% haben mittlere Reife ;-) und 11% sind eher später dran. Bei den fehlenden Prozenten fand ich im Netz leider keine Angaben zum Reifezeitpunkt.
Da ich doch relativ viele Pflanzen habe, aber nur beschränkt Platz finde in den 3 Foliengewächshäusern, stellt sich die Frage nach der Freilandtauglichkeit. Leider wurde keine meiner Sorten von Bohl für den Freilandanbau empfohlen. In diversen Foren wurde auch nur eine einzige meiner Sorten (und nur von einer Person) für einen OpenAir-Standort erwähnt.
Dieses Jahr werde ich 8% meiner Tomaten als Ampel ziehen, 22% bekommen fix Kübel als Apartments, 38% direkt in den Boden. Beim Rest bin ich noch unschlüssig.
Jede 4. Pflanze soll Fleischtomaten produzieren, fast die Hälfte Cocktailtomaten, der Rest Kirsch-, Flaschen,....
Soweit die Statistik. Ihr seht, es war heute ein äußerst regerischer Tag...


Montag, 21. April 2008

unbekannte Sortennamen

Einmal im Jahr hat so ziemlich jeder mal Geburtstag. Auch bei mir war es heute wieder mal so weit. Von meiner Schwiegermutter bekam ich 4 Päckchen mit Tomatensamen. Nein, die Harzfeuer, die überall verkauft wird war nicht dabei. Stattdessen handelte es sich um alte Sorten. Eine der 4 ist die Reisetomate, die ich heuer schon im Sortiment habe. Bei den anderen dreien handelt es sich um Sorten, die mir vollkommen unbekannt sind: "Schneeflocke", "Rheinland" und "Gärtnerfreude". Ob es sich um die originalen Namen handelt, kann ich nicht sagen. Fest steht, dass diese Sorten weder im Tomaten-Atlas, noch auf anderen Tomatenseiten erwähnt werden. Einzig ein Anbieter aus der Steiermark hat sie im Programm. Da meine Schwiegermutter vor kurzem in der grünen Mark verweilte, nehme ich an, sie hat sie von dort bezogen.

Montag, 14. April 2008

Hat Konsument Recht auf Sortennamen?

Da in unserem Haushalt ich derjenige bin, der sich in erster Linie um den Einkauf des täglichen Bedarfs kümmert, läßt es sich nicht vermeiden, dass ich die eine oder andere Stunde auf Wochenmärkten oder Supermärkten verbringe.
Bei Obst findet sich am Preisschild der exakte Sortenname des Produkts. Bei Gemüse jedoch finde ich keinerlei Beschriftung. Chili-scharf bzw. mild, Paprika Tricolore, Bio-Karotten, Zwiebel rot,... Worum handelt es sich dabei? Das sind doch keine Sorten, oder?
Am meisten stört mich jedoch die Nicht-Deklarierung der Tomaten. Ich will verdammt noch mal wissen, welche Sorte aus dem Supermarkt mir nicht schmeckt. Letzte Woche besuchte ich wieder den Supermarkt meines Vertrauens und testete bei einem Kostprobenstand eine Cherrytomate. Zuerst überwog natürlich die Skepsis, da eine Supermarkttomate ja nicht schmecken konnte. Aber nein! Es war eine Wohltat, ein Genuß auf allen Linien. Sie war sowas von lecker! Erinnerte mich an letzten Sommer, als ich meine eigenen Tomaten erneten durfte.
Die Tomaten stammten aus Österreich, der Sortenname fehlte wie fast immer. Zumindest war die Adresse der Homepage des Erzeugers angegeben. Da mir ja sowieso nichts zu blöd ist, habe ich diesen angeschrieben und mich nach der Sorte erkundigt. Habe aber nicht damit gerechnet, dass ich eine Antwort erhalte, da dies wahrscheinlich ein Betriebsgeheimnis darstellt. Doch siehe da- nach 5 Tagen bekam ich eine nette Antwort und habe darin den Sortennamen erfahren. Um das Verfahren zu vereinfachen, plädiere ich dafür, dass der Sortenname bei Tomaten angegeben werden muß.

Szenenwechsel: Ein Wochenmarkt mitten in der Stadt. Der Verkäufer ist laut Verkaufsschild gleichzeitig der Gemüsebauer. Der sollte doch wissen, welche Sorten er anbaut, oder? Habe ihn danauch gefragt. Er meinte, es komme weniger auf die Sorte an, als auf die richtige Anbaumethode. Und diese Antwort führt mich zu der nächsten Überlegung: Sollte neben der Sortenangabe auch eine Ergänzung mit der Anbaumethode eingeführt werden? ;-)