Samstag, 23. Juni 2007

Schnecken in Garten? Muss nicht sein!

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Schnecken in Garten? Muss nicht sein!
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Welcher Gartenbesitzer ärgert sich nicht in der Früh beim Anblick von angefressenen Salaten,… über das nächtliche Treiben der Schnecken im Beet? Gerade heuer sind wetterbedingt mehr Schnecken anzutreffen als in den vergangenen Jahren. Was also dagegen tun?
Ferramol bietet nur eine Möglichkeit von vielen. Am effektivsten jedoch ist eine Kombination aus mehreren Maßnahmen. Dazu später mehr.

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Entwicklung von Schnecken
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Schnecken sind Zwitter, also kann jede einzelne Schnecke Nachkommen produzieren. Und zwar bis zu 400 Stück pro Schnecke und Jahr. Die Eier werden meist im August und September in die vorbereiteten Hohlräume in den Boden abgelegt. Aus ihnen schlüpfen dann die kleinen Jungschnecken. Zur Überwinterung verkriechen sich die Schnecken in frostfreie Verstecke wie Erdhöhlen, unter Falllaub usw. Im Oktober/November beginnt dann der Winterschlaf. Einige Arten überwintern auch als Ei. In milden Wintern ist es möglich, dass die Schnecken schon ab Januar wieder mit dem Fraß beginnen. (Quelle www. neudorff.de)


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Schneckenabwehr
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- Chemische Abwehr: Schneckenkorn (von verschiedenen Anbietern)
- Biologische Abwehr: Dünger aus gemahlenen und gepressten Samen der Neempflanzen, in Öle getränkte Lavakörnchen, verschiedene Mittelchen auf Knoblauchbasis,…
- Abwehr durch natürliche Feinde: Laufenten, Igel,…
- Bauliche Abwehr: Schneckenzäune aus verzinktem Stahlblech, Edelstahl, elektrische Schneckenzäune, Schneckenkragen (für Salate), Schneckenfallen, Bierfallen,…


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Was ist von diesen verschiedenen Methoden zu halten?
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Eines vorweg: Es gibt kein 100%iges Mittel, gegen Schnecken (vor allem Nacktschnecken). Effektiv ist eine Kombination aus verschiedenen Methoden.
Schneckenzäune (aus verschiedenen Materialien wie Kupfer, Edelstahl oder Strom) sind nur bedingt hilfreich, da Schnecken zum einen Hindernisse überwinden können, andererseits leben Schnecken, die sich schon vor der Installation innerhalb des Zauns befunden haben bzw. dort geschlüpft sind, wie im Paradies. Bierfallen können hierbei die innerhalb des Zauns befindlichen Schnecken "aufsammeln". Bier zieht Schnecken magisch an, sie zieht es in die Fallen und ertrinken. Werden Bierfallen allerdings ohne Zaun aufgestellt, so ist dieser Vorgang kontraproduktiv, da nur noch mehr Schnecken angelockt werden. Angeblich können die Viecher Bier auf über 500 m riechen!
Wer ausschließlich Salate anbaut, dem rate ich zu Schneckenkragen. Diese werden über die Salatpflänzchen gestülpt und halten Schnecken auf Distanz. Zum einen sind die allerdings etwas teuer, zum anderen lieben unsere Freunde ja nicht nur Salate, sondern auch andere Gemüsearten. Das Problem ist somit nur verschoben, nicht behoben.
Nur geringe Wirkung haben aus eigener Erfahrung biologische Wundermittel, die auf Knoblauchgeruch basieren. Angeblich mögen Schnecken zwar keinen Knoblauch, bei mir bzw. meinen Schnecken war die Wirkung allerdings gleich Null und sie fühlten sich unbeeindruckt.
Habe schon von Hobbygärtnern gehört, dass sie einen Wassergraben um die Beete gelegt haben, der Nacktschnecken als unüberwindbare Barriere dienen soll. Ist allerdings sinnlos, da Schnecken sogar tauchen können.


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Tipps von mir zur Schneckenabwehr
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Eine auf Dauer effektive, aber hilfreiche Methode ist die richtige Bewässerung, kombiniert mit "Absammeln". Schnecken werden durch Feuchtigkeit begünstigt, daher ist abendliches Gießen ebenso verboten wie flächige Bewässerungen. Rasenflächen, die sich in unmittelbarer Umgebung zum Beet befinden, sollten oft geschnitten werden, da hohe Gräser beliebte Unterschlupfmöglichkeiten bieten. Und gerade diese müssen vermieden werden. Andererseits können diese Verstecke wiederum genutzt werden. So lege ich ein morsches, altes Brett auf eine Mulde am Rasen. Einige alte Salatblätter drunter und am Abend noch etwas feucht halten. In der Früh nach Sonnenaufgang werden sich die Schnecken darunter tummeln und sind einfach zum Einsammeln. Dazu gibt es übrigens im Fachhandel eine Schneckenzange für wenige Euro.
Noch ein Tipp von mir: Die Kadaver der abgesammelten, zerschnittenen oder zerdrückten Schnecken sollten nicht an Ort und Stelle liegen gelassen werden, da die wiederum andere Schnecken anzieht. Absammeln und die Toten am besten am Kompost oder in der Tonne entsorgen. Ein oft gehörter Rat die Schnecken mit Salz zu bestreuen halte ich für eine inhumane Lösung, da die Schnecken an einem qualvollen Tod sterben- das muß nicht sein! Die Schnecken über den Zaun des Nachbarn zu werfen ist ebenfalls nicht sehr produktiv. Sie kommen nämlich immer wieder und immer wieder!
Ich persönlich habe im Garten Verstecke für Igel eingerichtet. Infos dazu auf Google nachzulesen. Seit ich bewusst diese Verstecke eingerichtet habe, erhält mein Garten täglich nächtlichen Besuch von Igeln, die sich an den Schnecken erfreuen und zu den natürlichen Feinden gehören. Leider werden Gärten oft durch Unwissen und "Sauberkeitsfanatismus" igelfrei gehalten. Auch in der falschen Annahme, dass in Gärten mitten in Städten keine Igeln vorhanden sind. Schwachsinn! Wer die Augen aufmacht, die Natur beobachtet und einige Zusammenhänge erkennt, der wird sich wundern, welche Tiere neben Gelsen, Zecken und Nacktschnecken durch unsere Gärten streifen.
Ein Großteil der Gartenbesitzer ist der Meinung, dass Nacktschnecken in unserem
Garten keine ökologische Bedeutung haben. Dies ist natürlich falsch. So fressen sie Pflanzenabfälle, die in weiterer Folge zu Humus verarbeitet wird. Ich weiß ja nicht wie es bei euch im Garten aussieht, aber in meinem übernehmen diese Funktion sicherlich Dutzende andere Kleinstlebewesen. Auf alle Nacktschnecken in meinem Garten will ich nicht verzichten (alleine schon wegen der Igel), auf eine große Invasion allerdings schon. Eine Dezimierung der Anzahl von Schnecken ist somit ökologisch kein Problem.

Daher gieße ich nur in der Früh, sammle gleichzeitig die Schnecken unter dem aufgestellten Brett ab und sammle nochmals vor dem Schlafengehen. Auf diese Art brauche ich weder teure biologische, chemische oder andere bauliche Einrichtungen.
Ein Produkt habe ich bis letztes Jahr allerdings verwendet: Ferramol.


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Ferramol
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Ferramol besitzt unter naturnahen Gartenfreunden ebenso einen guten Ruf wie bei Berufsgärtnern. Zudem wurde Ferramol Testsieger von ÖKO-TEST und ist das meistverkauftes Schneckenkorn.
Ferramol-Körner werden ausgestreut und dienen als Köder, die Schnecken fressen. Die Körner bewirken, dass bei den Schnecken ein schnelles Sättigungsgefühl eintritt und sich in den Unterschlupf zurückziehen, bevor sie den Salat oder den Kohl angeknabbert haben. Im Unterschlupf kommt dann die tödliche Wirkung zum Tragen - sie sterben ohne erkennbare Schleimspuren oder sichtbaren Kadavern. Dies ist ein großer Pluspunkt des Präparates. Bei anderen Produkten sterben die Schnecken gleich vor Ort, was am Morgen einem Schlachtfeld gleichen kann und abstoßend wirkt. Zudem werden Nützlinge nicht beeinträchtigt. Auf Haustiere hat es laut Hersteller keine Auswirkungen, wobei ich hierbei eher vorsichtig bin. Der Grund warum ich kein Ferramol mehr benutze, liegt darin, dass mein Hund so ziemlich alles frisst was er im Garten findet. Aufmerksame LeserInnen meiner Berichte wissen bescheid. Ist mir irgendwie zu riskant. Laut Hersteller also keine Auswirkungen auf Haustiere, Igeln und andere Nützlinge.
Das im Produkt vorhandene Eisen-III-Phosphat (9,9 g/kg) wird von Bodenmikroorganismen vollständig in Eisen und Phosphat umgewandelt, was als Düngung betrachtet werden kann. Allerdings ist hierbei zu Erwähnen, dass Eisen meist in ausreichender Menge im Boden vorhanden ist und nicht extra eingebracht werden muß. Und wenn, dann nur ganz, ganz selten.


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Anwendung:
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Aufwandmenge 5 g/m² (entspricht einem gehäuften Teelöffel)
Die Körner werden flächig aufgebracht (aber nicht über die Pflanzen!!!), nicht etwa nur rund um die Beete- das bringt gar nichts! 5 g/m² ist eigentlich relativ viel, wenn man bedenkt, dass bei
anderen Präparaten ca. 0,5 g/m² (laut Hersteller) ausreichen. Jetzt kann aber nicht gesagt werden, dass andere Produkte deshalb besser sind, da diese in der Regel ökologische Hämmer sind.
- Eine Wegschnecke muss übrigens innerhalb von 24h einige Körner aufnehmen, damit sie stirbt. Von Zeit zu Zeit ist es hilfreich wieder mal Ferramol neu auszubringen. Immer wieder ist zu hören, dass Vögel die Körner aufnehmen und fressen. Für die Vögel ist es laut Hersteller unschädlich, aber ärgerlich für den Gärtner allemal, da er verstärkt Ferramol ausstreuen muß. Zudem das Produkt nicht gerade billig ist. Der Hersteller hat deshalb die Farbe der Körner so gewählt, dass diese von Vögeln nur ganz schlecht gesehen werden können, behaupten sie. Von einem Bekannten habe ich gehört, dass bei ihm das Schneckenkorn hin und wieder zu Schimmeln bekann. Dies habe ich bei mir allerdings nie feststellen können.



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Vorteile:
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- Schnecken sterben im Unterschlupf, nicht im Salat!
- Unschädlich für Nützlinge, Igel und Haustiere
- regenfest
- Laut Hersteller das einzige Schneckenkorn in Deutschland, bei dem Haustiere nicht aus dem Anwendungsbereich ferngehalten werden müssen

Ferramol ist besonders wirksam gegen:
- Grosse Wegschnecke
- genetzte Ackerschnecke
- Spanische Wegschnecke


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Nachteile:
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- Preis
- Körner werden zum Teil von Vögeln gefressen
- hin und wieder beginnt das Schneckenkorn zu Schimmeln



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Preise:
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Ferramol Schneckenkorn, 500 g……..7€
Ferramol Schneckenkorn, 1 kg……..10€
Ferramol Schneckenkorn, 10 kg……..45€
Ferramol Schneckenkorn, 25 kg……..100€
Zu bedenken ist, dass die 10 bzw. 25 kg-Packung nicht für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen ist!

Abschließend noch ein Link zum Sicherheitsdatenblatt des Herstellers:
http://www.schneckenprofi.de/deliver.html?mv_arg=Ferramol%2dS chneckenkorn%2epdf


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Fazit
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Ferramol Schneckenkorn ist in geringer Menge ökologisch nahezu unbedenklich. Sich bei der Schneckenbekämpfung ausschließlich auf dieses Produkt zu verlassen ist nicht unbedingt die beste Lösung und etwas kurzsichtig. Meine Tipps zur Schneckenbekämpfung habt ihr ja gelesen. Da ich der Unbedenklichkeit des Schneckenkorns bei Haustieren nicht ganz traue, versuche ich heuer ganz ohne Ferramol auszukommen. Hobbygärtner, die weder Hunde noch Katzen besitzen, kann ich es allerdings guten Gewissens empfehlen. Ein Ausbringen ab der 2. Juli Woche ist insofern hilfreich, da die Schnecken im August und September ihre Eier ablegen. Ein Schlüpfen wird somit verhindert.

Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt und wünsche eine erfolgreiche Schneckenabwehr!

Kommentare:

  1. sehr spannender Artikel! Ich bin darauf gestossen, weil ich mir einen Wassergraben bauen will, aber mich erstmal informieren wollte, ob er auch was nützt. Nunja. Du sagst ja das es nicht wirkt. Meine Frage: Was für eine Art Wassergraben hast du gemeint? Natürlich oder eine Art Kanal aus Metall mit senkrechten Wänden? Kann da die Schnecke im Wasser wieder hochkriechen? Ist die Schnecke selbst im Wasser noch klebrig genug dazu? Okay, Schnecken im Aquarium können das auch...Könntest du mir das trotzdem noch etwas ausführen?;) Danke!

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  2. Ob eine Nacktschnecke in der Lage ist eine senkrechte Metallwand hochzuklettern, kann ich dir nicht beantworten. Ein gepflasterter Graben, der aufgestaut wird und eine Wassertiefe von 10 cm hat, ist jedenfalls kein Hindernis.

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  3. Prima Info hat mir sehr geholfen

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